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Wurm richtig aufziehen
Trotz aller Marketingbemühungen der Geräteindustrie, welche uns in immer kürzeren Abständen verführerische Kunstköder
(welche seltsamerweise auch immer teurer werden) vorstellen, fängt de Dauerläufer Wurm immer noch seinen Fisch - und das
hervorragend.
Gerade in Gewässern, die durch zu viele Angler regelrecht “verblinkert” sind, lohnen althergebrachte Angeltechniken. Während
viele Petrijünger sich auf jede Neuerung im Katalog stehen, bringen doch gerade die klassischen Methoden die besten Erfolge.
Neben der “Wiederentdeckung von Brot und Mais für die Stipper, ist der Wurm für jeden Raubfischangler unschlagbar.
Mal ganz davon abgesehen, dass eine Angelsitzung wesentlich entspannter ist, wenn man nicht dauern in Action sein muss,
um die Kunstköder zu bewegen.
Würmer können Sie in jedem Angelgeschäft kaufen , diese jedoch auch selber sammeln. Suchen Sie sich dazu eine Wiese mit
nicht zu hohem Gras und ziehen Sie am Abend vor dem Angeln los. Der richtige Zeitpunkt ist dann, wenn das Gras nass wird.
Mit einer abgedunkelten Taschenlampe (rote Folie aufkleben) bewegen Sie sich langsam und vorsichtig (Würmer verschwinden sofort,
wenn Sie rumtrampeln) über die Wiese. Nach Regen brauchen Sie die Würmer nur noch aufsammeln, da diese vollkommen aus der Erde
gekommen sind. Ansonsten werden Sie sehen, dass die Würmer regelrecht herausschauen. Jetzt ganz vorsichtig zupacken und festhalten.
Nicht ziehen!! Nach ca. 10 sec. entspannt sich der Wurm und kann leicht herausgezogen werden.
Ok, die Würmer haben Sie und am nächsten Tag am Wasser ziehen Sie diese auf den Haken auf und kein Fisch beißt. Was ist los?
Nun, zum einen haben Sie vielleicht eine Grundregel nicht beachtet und fremden Geruch an den Wurm gebracht. Sei es durch Tanken
auf den Weg zum Angeln oder Nikotin an den Griffeln - Fische haben ein sehr sensibles Geruchsorgan.
Kommen Sie jetzt bitte nicht auf die Idee und kaufen eine dieser Edelstahlscheiben, die als “Geruchskiller” verkauft werden, da können
Sie auch gleich Ihre Ausrüstung beschwören. Wesentlich effektiver ist das Waschen Ihrer Hände am Wasser - ausgiebig und vor jeder
Berührung der Köder.
Genau so wichtig ist die Art und Weise, wie Sie den Wurm aufziehen, nachfolgend ein
paar Tipps:
Kopf-Methode
Hier wird nur das Kopfstück des Wurmes auf den Haken gezogen. Durch diese Methode ist ein schneller Anhieb möglich, wichtig beim Aalangeln.
Der Fisch beschäftigt sich erst nicht lange mit dem Wurm, sondern nimmt ihn (und den Haken) sofort auf. Ein schneller Anhieb ist notwendig.
Bei dieser Methode ist öfters ein Auswechseln notwendig, da der Wurm schnell auslaugt.
Ganzer Wurm 1
Bei dieser Montage spielt der Bewegungsreiz eine große Rolle. Ziehen Sie den Wurm nur am Kopfende auf einen speziellen Wurmhaken.
Montiert an einer Pose können Sie diese dann Stück für Stück heranziehen. Auf Barsche oder Forellen wirkt diese Methode unwiderstehlich.
Einziger Nachteil ist eine recht hohe Rate von Fehlbissen - warten Sie immer etwas mit dem Anhieb.
Ganzer Wurm 2
Für diese Montage benötigen Sie eine Wurmnadel, anders bekommen Sie den Wurm nicht aufgezogen
Geeignet ist diese, wenn die Fische nicht in rechter Beißlaune sind und nur am Wurm rumlutschen. Um etwas Eigenbewegung in den Wurm
zu bekommen, muss das Kopfende frei bleiben, der Haken sollte genau an der Verdickung wieder austreten.
Bündel-Methode
Beim Angeln auf Rotaugen oder Schleien ist ein Wurmbündel empfehlenswert. Geeignet sind kleinere Würmer, die in der Mitte durchstochen
werden. Bitte die Würmer nicht mehrfach durchstechen, die Würmer halten sonst nicht lange. Denn bei dieser Methode kommt es auch
wieder auf den Bewegungsreiz an.
Stückel-Methode
Ganz besonders zum Aalangeln ist diese Methode geeignet. Durch die vielen kleinen Stück entwickelt sich ein intensiver
Geruch, der auf die Fische anziehend wirkt. Ideal auch für das Verwerten von Resten und bereits von den Fischen angeknabberten Würmern.
Wissenswertes kurz gefasst
Es gibt ca. 3.000 Wurmarten auf der Erde, wovon 39 in Deutschland vorkommen. Die verschiedenen Wurmarten lassen sich nicht kreuzen.
Würmer haben keine Zähne. Würmer sind keine Schädlinge, sie nehmen nur angerottetes organisches Material auf und verwandeln dieses
in Wurm-Humus. Der Wurm hat ein Vorderteil und ein Hinterteil. Aus einem geteiltem Wurm werden keine zwei Würmer, geteilt wird er vermutlich
nicht überleben. Würmer sind Zwitter, Selbstbefruchtung ist jedoch nicht möglich. Junge Würmer schlüpfen aus Wurm-Kokons (Eier), je nach
Art 1 bis 10 Stück. Würmer schlafen nicht, sie sind 24 Stunden am Tag aktiv. Je nach Jahreszeit und Witterung legen einige Arten ggf. eine
Ruhepause (Kälte-, Wärmestarre) ein.
Ein Regenwurm hat 5 Herzen und 6 Nieren, besitzt ein perfektes Nervensystem, hat keine Lungen und atmet durch die Haut. Er ist gegen Licht
allergisch, ernährt sich von jeder beliebigen, Zersetzung befindlichen organischen Substanz, gleichgültig ob sauer oder alkalisch, und sein
Verdauungsapparat ist das perfekteste chemische Labor, das man sich vorstellen kann. Alles was durch ihn hindurchgeht, reichert er an.
Aus eben diesem Grund gelten seine Auswurfstoffe als hochwertiger organischer Dünger.
Als Angelwürmer werden vornehmlich Riesen-Rotwürmer (Dendrobena) und Tauwürmer verwendet. Der Tauwurm wird in der Regel aus
Kanada importiert und wird daher auch als Kanadian Nightcrawler verkauft. Der wissenschaftliche Name ist Lumbricus terrestris. Der
Tauwurm kann nicht gezüchtet werden und wird in bestimmten Gebieten in Kanada von Hand gesammelt, gelagert und dann in den
Handel gebracht. Das Sammeln kann jedoch nur zur eisfreien Zeit geschehen. Auf Grund von Umweltveränderungen und zu hoher
Ausbeutung hat sich jedoch die Qualität der Tauwürmer im Laufe der Zeit verschlechtert.
Daher wurde der Riesen-Rotwurm (Dendrobena) als Alternative zu Tauwurm entdeckt. Er entwickelt sich auf Grund seiner vielen Vorteile,
insbesondere in den USA, im Land der Angler, zu dem beliebtesten Angelwurm. Er wird dort unter dem Namen European Nightcrawler
oder Giant-Redworm (Riesen-Rotwurm) gezüchtet und vertrieben. Dieser Wurm ist äußerst lebhaft und widerstandsfähig. Er wird auch
gerne zum Eisfischen genommen, da er selbst in kaltem Wasser sehr lange überlebt und sehr lebhaft ist. Der wissenschaftliche Name
ist Eisenia Hortensis.
Wir bedanken uns für die Unterstützung und die Informationen von Superwurm.
Autor: <og>, 14.07.2002
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