MICHAEL AN DER RUHR

An einem Sommertag im Juli verabredete ich mich mit Michael um die neue Speedfeederrute am Wasser in Aktion zu sehen. Nach einer leckeren Tasse Kaffee bei ihm zu Hause fuhren wir gegen 8:30 in Richtung Essen Kettwig. Ich kenne eine schöne Strecke in Höhe der Ruhrtalbrücke, meinte Michael. Nach 45min Fahrzeit sind wir dann am Wasser. Die Ruhr ist hier nur etwa 35m breit und kleine Buhnen bieten hier dem Angler einen idealen Platz zum Fischen. Nach einem kurzen Fußmarsch über den Damm erreichen wir schwer beladen unsere Buhne, die fast direkt unter der Ruhrtalbrücke liegt.

Zuerst wird das Futter zubereitet. Michael entscheidet sich heute für eine “Standardmischung“, die er aber noch etwas nahrhafter machen möchte. Gerade in der warmen Jahreszeit darf die Mischung ruhig gröber und nährstoffreicher sein. Ansonsten kann es passieren, dass die Fische desinteressiert den Futterplatz verlassen. 

Michaels Mischung für den heutigen Tag:
 1000g Zammataro Feeder
 1000g Zammataro Brassen
   200g Zammataro T-3 Birdfood
     50g Zammataro Lebkuchen

Alle Zutaten in einen Eimer

Eine schöne grobe Mischung

Nach dem Anfeuchten sieben

Michael ist der Meinung, dass viele Angler ihr Futter nicht richtig zubereiten. Lieber etwas weniger Wasser als zu viel! Hat man zu viel Wasser, klebt das Futter zu stark und es verlässt den Korb nicht richtig. Ist es zu trocken, verlässt es den Korb schon bevor er am Grund angekommen ist. Der richtige Feuchtigkeitsgrad ist Erfahrungssache. Auch von Gewässer zu Gewässer ist er verschieden.

Michael montiert seine Speedfeeder. Heute kommt die Schlaufenmontage zum Einsatz. Wie auf dem Bild zu erkennen ist, gleitet der Korb frei in der Schlaufe und bietet dem Fisch keinen spürbaren Widerstand. Er wählt einen 60g Futterkorb aus Edelstahl. Die Strömung ist doch etwas stärker und der Korb soll ja liegen bleiben. Nachdem der Angelplatz aufgebaut ist, kann es los gehen. Michael füttert drei Körbe an. Er möchte in einer Entfernung von etwa 25m fischen. Dort verläuft direkt die gegenüberliegende Kante des Flussbetts. Er lässt den Korb etwa eine Minute am Grund liegen und schlägt dann mit kurzen ruckartigen Bewegungen an. Dadurch verlässt das restliche Futter optimal den Korb. Nun wird der 14er Haken Gamakatsu LS 1310 am 0,12er Vorfach mit drei Maden beködert. Hauptschnur und Vorfach sind übrigens aus Michaels Lieblingsschnur, der Tornado Line. Mal schauen was sich am Futterplatz einfindet, sagt Michael sehr optimistisch. Es dauert keine fünf Minuten, da wippt es schon in die Spitze. Hoch die Rute und der Anschlag geht ins Leere! Schnell ist der Haken wieder beködert und der Korb ausgeworfen.

Der Futterkorb hat gerade den Grund erreicht, da kommt der nächste Biss. Anschlag, der hängt! Ein schöner Aland wird gekeschert. Michael strahlt. Das ging ja schnell. Das hätte ich nicht gedacht, dass der Fisch so beißfreudig ist bei dem warmen Wetter. Die Ruhr ist manchmal ein sehr schwieriges und launisches Gewässer. Da kann es schon passieren, dass man mal leer ausgeht. Schnell wieder beködert, den Korb gefüllt und ausgeworfen. Die Fische sind heute in Beißlaune. Die Bisse kommen im Minutentakt. Das Futter tut seinen Dienst. Aber wolltest Du nicht dicke Brassen fangen, frage ich Michael. Das kann man sich nicht immer aussuchen, antwortet er grinsend.

Unser Kit, so nennt er sein Futter, wirkt auf jeden Fall auf die dicken Brassen, aber die anderen Fische mögen es auch. Wenn die Brassen nicht wollen, dann nutzt auch das beste Futter nichts. Michael gibt aber nicht so schnell auf. Er bestückt den Haken mit einem kleinen Mistwurm. Jetzt kommt die Krönung, denn Michael dippt den Wurm noch in sein flüssiges Leberkonzentrat. Mal schauen ob sich nicht doch noch ein Brassen überreden lässt. Gesagt getan. Wir warte etwas länger auf den nächsten Biss. Doch dann ein heftiger Anbiss und. ..wieder ein Aland, dafür aber ein schöner von etwa 1,5 Pfund. Naja, das war es wohl heute mit den Brassen, meint Michael.

Hat man an der Ruhr mal einen Schwarm Alande auf dem Futterplatz, wird man die so schnell nicht wieder los. Da haben die Brassen keine Chance an den Futterplatz heran zu kommen. Wir schauen mal wie es weiter geht. Aber Michaels Prognose sollte sich bestätigen. Er fängt zwar Schlag auf Schlag, aber alles nur Alande.

Nach 2 Stunden beenden wir das Fischen. Langsam ist die Mittagshitze nicht mehr zu ertragen. Michael schätzt seinen Fang auf etwa 6Kg. Das hat sich doch gelohnt. Zwar haben keine Brassen gebissen, dennoch war die Session sehr fischreich. Viele Bisse, viele Fische, was will man mehr. Einfach ein schöner Angeltag.