Ein Angeltag am Spui  
Bericht von Bert Otten    
An einem regenfreien Freitagmittag im August war ich mit meinem
niederländischen Koppelpartner Remco Beucema zum Angeln am Spui verabredet. Der Spui befindet sich in der Provinz Zuid-Holland seitlich von Rotterdam. Der Spui ist ein stark fließendes Verbindungswasser zwischen Haringvliet (Haringvlietschleusen) und der Oude Maas bei Oud-Beierland. Der Spui ist ca. 20 km lang und ca. 250 Meter breit. Die Wassertiefe beträgt zwischen 5 m und 10 m. Das besondere am Spui ist die große Fließgeschwindigkeit und die wechselnde Fließrichtung durch den Einfluss der Gezeiten. Bei Ebbe kann das Süßwasser der Maas ungehindert Richtung Meer fließen, während bei Flut die das vom Meer kommende Salzwasser das Süßwasser mit hoher Geschwindigkeit zurückdrängt. Am Scheitelpunkt zwischen Ebbe und Flut bleibt der Spui für eine halbe Stunde still stehen. Der Wasserstand schwankt zwischen auf- und ablaufenden Wasser um ca. 1 Meter. Beangelt wird der Spui mit einer Heavy-Feeder. Das Wurfgewicht der verwendeten Futterkörbe liegt zwischen 80-140 g. Geangelt wird auf einer Distanz zwischen 20-30 Meter. Geangelt wird auf Brassen von 1-2 kg, Rotaugen bis zu 1 kg und auch Alande von über 1 kg. Remco Beucema und ich haben uns für einen Angelplatz östlich der Fähre nach Oud-Beierland entschieden. Wir können unser Auto direkt am Deich des Spuis abstellen und haben somit 50 Meter bis zum Wasser mit unseren Material zu laufen. Nach einer halben Stunde ist alles aufgebaut und wir können beginnen. Ich benutze eine Ron-Thompson Heavy-Feeder während Remco auf seine alte Tri-Cast Heavy schwört. Wir fischen beide auf 27 Meter mit einem Wurfgewicht von 120 gr. Als Schnur benutzen wir beide ein monofiles Nylon von 0,25 mm und zwar der Marke Zammataro-Tornado. Als Unterleine benutzen wir beide Nylon 0,16 mm ebenfalls der Marke Tornado. Als Haken verwenden wir beide Gamakatsu-Haken blau (Serie 2210) Remco Nr. 12 ich Nr. 10.


 

 

Als Futtermischung wird folgendes verwendet:
1.200gr. Zammataro Brassen
1 TL. Lebkuchengewürz
60gr. gemahlener Hanf
1 Dose Mais


Dem Futter werden noch Maden und Caster hinzugefügt. Wir werfen 4~5 Futterkörbe ohne Unterleinen auf unseren jeweiligen Angelplatz um die Fische aufmerksam zu machen. Nun kann es losgehen. Ich beködere meinen 10er-Haken mit 5 Caster während Remco sich zunächst für 2 Maden und 2 Caster entscheidet. Nach dem fünften Einwurf habe ich den ersten Anbiss. Ich kann ein Rotauge von 600 gr. landen. Durch die enorme Strömung des Spuis zeigen sich die meisten Anbisse durch ein zurückschnellen der unter Spannung stehenden Angelspitze. Dieses kommt daher, dass der Fisch den Futterkorb vom Boden wegzieht. Die Anbisse sind so stark, dass man diesen, sofern man die Hand an der Angel hat, in den Fingern spüren kann. Auch Remco lässt sich nicht lumpen und fängt einige Rotaugen.

 


Es entwickelt sich plötzlich ein kleiner Wettkampf zwischen uns beiden. Doch wo bleiben die Brassen? Nachdem wir beide ungefähr 10 Rotaugen gefangen haben, kann Remco den ersten kapitalen Fisch landen. Ein Aland von über einem Kilo. Nun liege ich sowohl in Gewicht als auch nach der Anzahl hinten. Nach etwas über 1 Stunde kommt meine große Zeit. Plötzlich sind die Rotaugen weg und ich kann 4 große Brassen fangen, Remco zunächst nur einen. Die Brassen scheinen das Futter gefunden zu haben und es auch zu mögen. Wir haben nach fast jedem Einwurf einen Anbiss. Mit zunehmender Strömung zeigt sich auch bei uns ein kleines Problem. Die Futterkörbe laufen sich zwischen Geröll und Steine fest und sind nicht mehr herauszubekommen. Von diesem Missgeschick waren wir jedoch beide betroffen. Nach Montage eines neuen Futterkorbes konnte jedoch sofort weitergefischt werden. Die Brassen bissen inzwischen so gut, dass die Wahl des Köders nicht mehr wichtig war. Ob Casters oder Maden oder eine Kombination hiervon die Brassen haben alles genommen. Nach 4 Stunden Angelzeit einigten wir beide uns auf ein gerechtes Unentschieden. Wir hatten gemeinsam 38 Brassen, 16 Rotaugen und 4 Alande gefangen. Das Gesamtgewicht lag über 50 Kilo. Wir waren beide zufrieden und freuten uns bereits auf einen neuen Angeltag am Spui in Zuid-Holland und auf ein bereits kaltgestelltes Bier.