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Äußerlich gleicht der Aal einer Schlange, ist mit dieser jedoch in keiner Weise verwandt. Allerdings hat eine Gemeinsamkeit mit
manchen Schlangen: Gift! Dieses Gift ist eines der stärksten im Tierreich und kann bei Menschen sogar zum Tod führen. Enthalten
ist es im Blut des Aals.
Durch erhitzen (braten, räuchern, kochen... ) verliert es seine toxische Wirkung. Vorsicht ist also nur bei der Zubereitung von
fangfrischen Fischen geboten. Hier sollte man vermeiden, dass man versehentlich Aalblut in eine eigene Verletzung bekommt.
Sollte es dennoch geschehen, muss man mit einer Entzündung und wesentlich verlängerter Wundheilung rechnen.
Der Aal hat eine der besten Geruchssinne im Tierreich. Bei Versuchen wurde herausgefunden, dass der Aal noch in der Lage ist, einen
einzigen Tropfen Rosenöl aus der 58-fachen Wassermenge des Bodensees heraus zu riechen.
Entgegen vielen Vorurteilen (besonders genährt durch den Film „Die Blechtrommel“) ist der Aal kein Aasfresser. Er gilt als Gourmet
unter den Fischen und würde nie etwas fressen, das schon länger als eine Stunde das Zeitliche gesegnet hat. Die aus der Blechtrommel
bekannte Angelmethode mittels einem Rinderkopf kann zwar Erfolg haben, jedoch nicht, weil der Aal das halbverweste Fleisch
konsumieren will, sondern weil er sich gerne in Höhlen, Eimern und sonstigen Unterkünften versteckt.
Der Aal
Der Lebenslauf eines Aales ist der Wissenschaft noch ein großes Geheimnis. Man ist sich jedoch mittlerweile ziemlich sicher, dass jeder
Aal in den Tiefen der Sargossosee, südwestlich der Bermuda-Insel, geboren wird. Als so genannte Weidenblattlarve (wegen der Form)
treiben sie mit dem Golfstrom in Richtung Europa. Nach etwa 3 Jahren erreichen Sie die Küste und somit die Mündungsgebiete der
Flüsse. Nun ist der Zeitpunkt einer Metamorphose gekommen, die angehenden Aale wandeln sich vom Weidenblatt zum so genannten
Glasaal (weil er durchsichtig ist). Auch findet jetzt eine Geschlechtertrennung statt: Die männlichen Aale verbleiben im Brackwasser vor
der Küste und wachsen dort heran, bis sie in ausgewachsenem Zustand eine Länge von maximal 60 Zentimetern erreicht haben.
Die weiblichen Aale wagen den Aufstieg in unsere Flüsse. Bereits nach kurzer Zeit wandeln sie sich vom Glasaal zum Gelbaal
(wegen der gelb-braunen Körperfarbe). In den nächsten 5 – 18 Jahren wird aus dem Gelbaal ein ausgewachsenes Exemplar mit einer
Länge von bis zu 1,50 Meter. Wenn der Aal ausgewachsen ist, packt in der
Wandertrieb und eine erneute Verwandlung setzt ein.
Der Gelbaal wandelt sich zum Silber- oder Blankaal (der Bauch wird silberfarben). Der Silberaal stellt die Nahrungsaufnahme ein und
schwimmt im Herbst mit anderen ausgewachsenen Exemplaren die Flüsse wieder hinunter. Danach geht es weiter entgegen dem
Golfstrom mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 Tageskilometern in Richtung Sargossosee. Nach ca. 5 Monaten sind sie dort
angekommen, laichen ab und sterben danach.
Diese Laichwanderung ist wohl eine der Längsten im Tierreich.
Traditionell wird dem Aal mit Reusen nachgestellt. Da aber wohl wenige Berufsfischer diesen Bericht lesen, werde ich mich kurz auf
die Methoden der Sportfischerei einlassen:
Angeln mit Schwimmer:
Der Aal ist ein Grundfisch, der nur in Ausnahmefällen auf schwimmende Köder reagiert. Erfolg versprechend ist diese Angelmethode
nur an einer Schilfkante oder bei Vollmond (wo Aale zu Jägern werden können).
Angeln mit der Grundangel:
Herkömmliche und bewährte Fangmethode. 0,35mm starke monofile Schnur, eine stabile Rute + Rolle, 6‘er Haken am 0,30mm
Vorfach, 20 Gramm Blei (im See) oder bis zu 50 Gramm (im Rhein) und ein dicker Tauwurm sind die halbe Miete. Die andere Hälfte
ist die Tageszeit:
Der Aal ist nachtaktiv und wird hauptsächlich eine Stunde vor bis eine Stunde nach Sonnenuntergang bzw. –Aufgang gefangen.
Köderwahl :
Es gibt zwei Arten von Aalen, den Spitzkopf und den Breitkopf (klar an der Kopfform erkenntlich). Der Spitzkopf wird selten länger
als 70 cm und bevorzugt Würmer aller Art.
Der Breitkopf wird bis doppelt so lang und ist ein Räuber. Frische Köderfische oder Fischfetzen können ihn zum Biss verführen,
zum Drilling am Stahlvorfach sei hier geraten, da auch Hecht, Zander oder Wels als Beifang „drohen“.
Nach dem Fang stellt sich zuerst eine Frage: Wie tötet man einen Aal?
Eigentlich kein Problem, meint Ihr?
Dazu folgende kleine Geschichte, die kein Anglerlatein ist: Mein erster Aal war
ein Exemplar von
ca. 60 cm. Ich tötete ihn , wie ich es
gelernt hatte, mit einem Herzstich. 3 Stunden später (der Aal hätte also schon längst bei seinen Vorfahren weilen sollen) habe ich ihn
aufgeschnitten (eklige Angelegenheit) und vollständig ausgeweidet. Den geputzten Fisch wollte ich dann im See auswaschen.
Kaum hatte ich ihn zu diesem Zweck ins Wasser gehalten, verabschiedete er sich durch ein paar kräftige Zuckungen und schwamm
dann gemächlich im Schein meiner Taschenlampe von dannen.
Geschichten von Aalen, die auch noch Stunden nach dem Fang aus der Pfanne gehüpft sind, sind auch nicht erfunden. Selbst 10 cm
lange, fangfrische Stücke entwickeln am Spieß über dem Grill noch Leben – wirklich gespenstisch.
Doch zurück zum Töten: Ein Herzstich ist zwar empfohlen, führt jedoch nicht zum gewünschten Erfolg. Kopf abschneiden oder auf
den Boden werfen wird oft praktiziert, ist aber barbarisch und auch nicht viel besser. Wirklich ideal ist nur der so genannte „Aaltöter“,
der in jedem Angelladen für ca. 6 € zu erwerben ist. Dieser besteht aus einer Forke, die den Aal einklemmt und hält, sowie einem mit
einer Feder versehenem Dorn, der dem Aal schnell und problemlos das Genick nebst allen Nerven durchtrennt. Sauber und effektiv,
denn der Aal macht nach dieser Behandlung keinen Muckser mehr.
Schlachten:
Zuerst wird der Aal ausgenommen. Hierzu schneidet man den Aal vom Waidloch mit einem scharfen Messer bis zur Kehle auf und
holt aus der entstandenen Spalte alles raus, was man zu fassen bekommt. Wenn der Aal ausgeräumt ist, muss man noch seine
Niere entfernen.
Diese läuft entlang des Rückgrats (und ist als dunkle Linie zu erkennen) bis hinter das Waidloch. Am einfachsten kann man sie mit
einer Zahnbürste entfernen. Nun kann man den Aal in eine Räuchertonne stecken und auf das fettige Ergebnis warten . Eine weitere
Möglichkeit ziehe ich jedoch vor.
Gute Fangplätze
Aale finden sich mittlerweile in nahezu allen deutschen Gewässern, mit Ausnahme sehr klarer und kalter Gebirgsbäche und -seen.
Scharfe Strömungen meidet der Aal zugunsten von Wurzelwerk und anderen Verstecken im Uferbereich. Auch in Seen sucht er bei
Dämmerung vor allem die Uferzone nach Beute ab. Häufig verharrt der Aal mit der hinteren Körperhälfte in seinem Versteck, um bei
Gefahr blitzschnell darin verschwinden zu können. Er ist kein echter Jäger, sondern lauert geduldig auf seine Chance oder folgt
schlängelnd der Duftspur seiner Beute. Kleine und mittlere Aale durchstöbern auch den Schlamm nach Fressbarem - man sagt dann,
der Aal ”läuft”. Bevorzugte Fangplätze sind Wehrkessel, tiefe Gumpen, Buhnenfelder, Bootsstege und Hafenanlagen.
Wichtig : Stabiles Gerät
Aale verhalten sich im Drill sehr ungewöhnlich. Von einem echten Kampf kann eigentlich kein Rede sein. Der Aal setzt vielmehr seine
ganze Muskelkraft ein, um dem Angler einen beständigen, hartnäckigen Zug entgegenzusetzen. Durch die schlängelnden Bewegungen
erhöht der Aal den Wasserwiderstand beträchtlich, so dass auch kleine Aale im Verhältnis zum Körpergewicht erstaunlich wehrhaft sind.
Gelingt es dem Aal, sich an einem Ast oder Stein festzuhalten, ist der Kampf für den Angler meist schon verloren. Manchmal hilft es,
die Rute abzulegen und einfach zu warten. Andere Aalspezis halten die Schnur gespannt und klopfen immer wieder auf die Rute, um den
Aal zur Flucht zu reizen. Da es nach dem Anschlag nur darauf ankommt, den Aal sofort vom Grund hoch zu pumpen, müssen Rute, Rolle
und Schnur entsprechend kräftig sein. Eine robuste Teleskop- oder Steckrute von ca. 3 m Länge, eine mittelgroße Stationärrolle mit
dehnungsarmer 0,30er Schnur und spitze, langschenklige Hake der Größe 2 - 6 sind unverzichtbar. Auf die Verwendung eines Keschers
sollte man möglichst verzichten, da Aale wahre Meister im Verknoten von Hauptschnur und Keschermaschen sind. Außerdem finden sie mit
Sicherheit jedes noch so kleine Loch in den Maschen.
Köder und Taktik
Wie schon gesagt, bevorzugen Aale ganz frische, natürliche Köder. Am fängigsten sind dicke Tauwürmer, die auch halbiert angeboten werden können,
sowie tote Köderfische oder Fischfetzen. Raubaale werden meist mit ganzen toten Köderfischen gefangen, die ruhig über 10 cm lang se dürfen.
Mittelstarke Aale sprechen gut auf halbierte Köderfische und auf Fischfetzen an, wobei viele Aalspezialisten Meeresfische wie z. B. Heringe oder
Sardinen bevorzugen. Ganze Köderfische sollte man mehrmals mit dem Messer durchstechen, damit die Körpersäfte austreten und dem Aal den
Weg zum Köder weisen können. Auch bestimmte Flavourings haben sich bewährt, allen voran Fisch- und Muschelaromen.
Der Köder muss am Grund oder knapp darüber angeboten werden. Hierfür bieten sich einfache Laufbleimontagen mit kräftigem Wirbel und langem
Vorfach an.
Reizvoll ist auch das Nachtangeln mit Knicklichtposen, die eine ausgezeichnete Bisserkennung ermöglichen. Beim Grundangeln werden häufig
einfache Glöckchen als Bissmelder an die Rutenspitze geklemmt.
Auch elektronische Bissmelder können sinnvoll sein, besonders bei offenem Schnurfangbügel
Das Rezept:
Man nehme: Pro Person ca. 50 cm Aal, Zitrone Salz/Pfeffer
Zubereitung: Den Aal häuten (hinter der Kopfflosse bis zum Rückgrat
durchschneiden, Fleisch
festhalten, Kopf mit Haut abziehen – ist
fast wie Banane schälen) und in ca. 10 cm lange Stücke
schneiden. Diese werden leicht gesalzen und gepfeffert, bekommen einen Spritzer
Zitronensaft
ab und werden einzeln in Alufolie eingewickelt. Diese kleinen Röllchen packt
man dann bei 220
Grad für ca. 20 Minuten (je nach Dicke des Fisches) in den Backofen. Das
Resultat ist äußerst
wohlschmeckend und im Gegensatz zur geräucherten Version nahezu fettfrei.
Fazit: Aal ist lecker. Allerdings ist der Aal auch stark gefährdet und schon
fast vom Aussterben
bedroht. Gründe dafür gibt es viele: Die Japaner und Chinesen haben Glasaal als
Delikatesse
entdeckt und verspeisen die Jungtiere
tonnenweise. Was an den Fangnetzen vorbeikommt, muss
sich mit der Wasserbelastung und vor allem der Verbauung der Flüsse stellen. In
den Turbinen
der Wasserkraftwerke finden jährlich viele
Tonnen Aale ein unsägliches Ende. Es wird geschätzt
dass lediglich 1 % der Aale die Wanderung von Stuttgart in die Nordsee
überlebt. Daher ein
kleiner Appell an alle angelnden Leser: Setzt Euer persönliches Mindestmaß für
Aale auf
mindestens 60 cm hoch und gebt den restlichen „Schnürsenkeln“ eine Chance – der
Aal braucht
sie!
Solltet Ihr jetzt noch irgendwelche Fragen zum Aal haben , findet Ihr auch
alles Wissenswerte
unter folgendem Link:
http://home.t-online.de/home/mild.t/Aalseite/aalseite.html
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